Newsletter Nr. 1148 des VBB Kärnten in Brüssel (31. August bis 04. September 2026)

Liebe Leserinnen und Leser, 

nach der sommerlichen Ruhephase ist Brüssel wieder dort angekommen, wo es sich derzeit am häufigsten befindet: im Krisenmodus. Die erste politische Woche im September hatte es in sich. Russische hybride Aktivitäten, die weitere Unterstützung der Ukraine und die Frage, wie handlungsfähig die EU in einer zunehmend unsicheren Welt überhaupt noch ist, bestimmten die Debatten. Dazu kamen neue Konfliktfelder bei Künstlicher Intelligenz und Lebensmittelsicherheit. Der politische Herbst hat damit schneller begonnen, als es vielen lieb sein dürfte.

Besonders deutlich zeigt sich die neue Sicherheitslage beim Blick nach Osten. Deutschland hat Russland für den versuchten Drohnenangriff auf den Flughafen Leipzig/Halle verantwortlich gemacht. Für Berlin ist der Vorfall Teil einer breiteren Palette hybrider Aktivitäten, mit denen Russland versucht, kritische Infrastruktur zu treffen und die Widerstandsfähigkeit europäischer Staaten zu testen. Die EU will darauf mit weiteren Sanktionen reagieren. Die Zeiten, in denen Sicherheitspolitik vor allem an den EU-Außengrenzen verhandelt wurde, sind damit endgültig vorbei.

Der Krieg gegen die Ukraine bleibt dabei der Prüfstein europäischer Sicherheitspolitik. Die EU und ihre Mitgliedstaaten beraten über weitere Unterstützung für die ukrainische Luftverteidigung. Denn Raketen und Drohnen treffen Wohngebiete, Energieversorgung und kritische Infrastruktur. Im Mittelpunkt stehen zusätzliche Abfangsysteme für die Patriot-Luftabwehr. Damit stellt sich zwangsläufig die Frage: Wie viel gemeinsames Handeln ist die EU in ihrer Außenpolitik überhaupt imstande zu leisten? Beim informellen Treffen der EU-Außenminister:innen in Irland ging es deshalb nicht nur um Strukturen, sondern um Macht und Wirkung. Deutschland und Frankreich wollen die Zusammenarbeit zwischen dem Europäischen Auswärtigen Dienst und der Kommission neu ordnen. Elf Mitgliedstaaten – darunter Österreich – verlangen hingegen, zunächst die bestehenden Möglichkeiten besser auszuschöpfen, um außenpolitische Blockaden zu vermeiden. Hinter der institutionellen Debatte steckt eine sehr praktische Frage: Kann die EU mit einer gemeinsamen Stimme sprechen, wenn ihre Mitgliedstaaten bei zentralen außenpolitischen Fragen unterschiedlicher Meinung sind?

Der politische Druck endet allerdings nicht bei Krieg und Geopolitik. Auch dort, wo der Alltag der Bürger:innen längst digital geworden ist, zieht die EU die Zügel an. Mit strengeren Vorgaben für ChatGPT nimmt die Kommission erstmals ein KI-Sprachmodell unter verschärfte Beobachtung. Gleichzeitig zeigt ein anderer Fall, dass Regulierung auch ganz analog sein kann: Bestimmte Fleischimporte aus Brasilien wurden wegen gesundheitlicher Bedenken vorübergehend ausgesetzt.

Und schließlich richten wir den Blick auch auf das, was europäische Politik vor Ort bewirken kann. Unser „Projekt der Woche“ stellt diesmal „FANcy – Frauen*.Arbeit.Nachhaltigkeit“ vor – ein Projekt, das Fragen von Frauen, Arbeitswelt und nachhaltiger Entwicklung miteinander verbindet.

Bei uns im EU-Verbindungsbüro beginnt der September mit einem neuen Gesicht: Selina Nageler verstärkt unser Team in den kommenden vier Monaten als Praktikantin. Sie wird dabei nicht nur Brüssel und die EU-Institutionen kennenlernen, sondern auch erleben, wie das EU-Verbindungsbüro als Schnittstelle zwischen Kärnten und Brüssel arbeitet und wie europäische Entwicklungen nach Kärnten vermittelt werden und Kärntner Anliegen in Brüssel eingebracht werden.

 

Herzlichst, 

Ihre 

Martina Rattinger 

Leiterin des EU-Verbindungsbüros des Landes Kärnten in Brüssel 

Tagesordnungen der EU-Institutionen
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Unsere Themen heute:

[ EU-Institutionen ]

EU verstärkt Unterstützung für die Ukraine: Luftabwehr bleibt dringendste Aufgabe 

Russland setzt seine Angriffe auf die Ukraine unvermindert fort. Städte, Energieanlagen und andere zivile Ziele werden regelmäßig mit Drohnen und Raketen angegriffen. Wie die Ukraine besser vor diesen Angriffen geschützt werden kann, war daher eines der zentralen Themen beim informellen Treffen der EU-Verteidigungsminister:innen am 1. September in Wicklow in Irland.

Besonders dringend ist aus Sicht der EU der Ausbau der Luftverteidigung. Sie besteht aus mehreren Komponenten: Radarsysteme erkennen anfliegende Raketen oder Drohnen, Abwehrsysteme versuchen anschließend, diese in der Luft abzufangen. Dafür werden sogenannte Abfangraketen eingesetzt. „Wir wissen, dass einige Länder noch Abfangraketen haben“, sagte die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas. Ihr Appell richtet sich vor allem an jene Mitgliedstaaten, die über moderne Luftabwehrsysteme verfügen und möglicherweise Raketen aus ihren Beständen an die Ukraine abgeben können. Besonders gefragt sind Patriot-Systeme. Sie können unter anderem ballistische Raketen abfangen, die mit sehr hoher Geschwindigkeit auf einer steilen Flugbahn auf ihr Ziel zufliegen.
JW

[ EU-Institutionen ]

Russlands hybride Aktivitäten: EU bereitet weitere Sanktionen vor

Die deutsche Bundesregierung macht Russland für einen versuchten Drohnenanschlag auf den Flughafen Leipzig/Halle verantwortlich. Die EU will den Druck auf Moskau weiter erhöhen. Im Mittelpunkt stehen neue Sanktionen, strengere Visa-Regeln und zusätzliche Unterstützung für die ukrainische Luftverteidigung. Der Vorfall wird dabei als Teil einer breiteren russischen Kampagne mit hybriden Mitteln gesehen.

Am 4. August wurde am Flughafen Leipzig/Halle eine mit Sprengstoff beladene Drohne entdeckt und entschärft. Sie befand sich in der Nähe eines ukrainischen Frachtflugzeugs. Der Flughafen ist ein wichtiger Fracht- und Logistikstandort und wird auch für die Unterstützung der Ukraine genutzt. Am 1. September machte die deutsche Bundesregierung Russland offiziell für den versuchten Anschlag verantwortlich. Moskau weist die Vorwürfe zurück.
JW

[ EU-Institutionen ]

Antibiotika-Regeln: EU stoppt vorerst Fleischimporte aus Brasilien

Freier Handel bedeutet nicht, dass für alle dieselben Regeln gelten müssen. Im Gegenteil: Wer Lebensmittel in die EU verkaufen will, muss die europäischen Vorgaben erfüllen. Das bekommt derzeit Brasilien zu spüren. Die EU setzt seit Donnerstag die Einfuhr von Rind- und Geflügelfleisch sowie weiteren tierischen Produkten aus dem südamerikanischen Land vorerst aus. Der Grund sind fehlende Garantien dafür, dass Brasilien die EU-Vorschriften zum Einsatz von Antibiotika in der Tierhaltung einhält.

Betroffen sind neben Fleisch auch Produkte wie Honig. Die EU-Kommission betont, Brasilien sei ein wichtiger Handelspartner. Die Aussetzung sei daher kein grundsätzliches Handelsverbot. Sobald die brasilianischen Behörden nachweisen können, dass die europäischen Vorgaben eingehalten werden, sollen die Exporte wieder möglich sein.
JW

[ EU-Institutionen ]

ChatGPT unter EU-Aufsicht: Brüssel verschärft die Regeln für große Online-Dienstee

ChatGPT ist längst Teil des digitalen Alltags. Menschen nutzen den KI-Dienst zum Schreiben, Recherchieren, Lernen oder Programmieren. Nun nimmt die EU-Kommission den Dienst noch genauer unter die Lupe: Seit Ende August gilt ChatGPT nach dem Gesetz über digitale Dienste (Digital Services Act, DSA) als „sehr große Online-Suchmaschine“ (VLOSE). Damit unterliegt der Dienst künftig den strengsten Vorgaben des europäischen Digitalrechts.

Der Grund ist vor allem die enorme Reichweite. OpenAI hat für ChatGPT in der EU durchschnittlich 159,1 Millionen monatlich aktive Nutzer:innen angegeben. Damit liegt der Dienst weit über jener Schwelle, ab der der DSA besonders große digitale Dienste einer verschärften Aufsicht unterwirft: 45 Millionen Nutzer:innen pro Monat.
JW

[ EU-Institutionen ]

Island sagt Nein zur EU und bleibt Brüssel trotzdem eng verbunden

Island will vorerst keine neuen Beitrittsverhandlungen mit der Europäischen Union. Bei einer Volksabstimmung sprach sich am Samstag eine knappe Mehrheit von 52,8 Prozent gegen die Wiederaufnahme der 2013 abgebrochenen Gespräche aus. 47,2 Prozent stimmten dafür. Die Beteiligung lag bei mehr als 82 Prozent.

Für die EU ist das Ergebnis ein politischer Dämpfer – zugleich bleibt Island ein enger Partner. Denn das nordatlantische Land ist der Union bereits weit stärker verbunden, als es sein Status als Nichtmitglied vermuten lässt: Als Mitglied des Europäischen Wirtschaftsraums (EWR) hat Island Zugang zum EU-Binnenmarkt und übernimmt zahlreiche Regeln, die auch innerhalb der EU gelten. Zudem gehört das Land zum Schengen-Raum. An der grundsätzlichen Zusammenarbeit mit der EU ändert das Referendum daher nichts.
JW

[ Im Fokus ]

EU-Außenpolitik auf dem Prüfstand: Mehr Gewicht für die gemeinsame Stimme

Wie kann die EU außenpolitisch schneller und geschlossener handeln? Diese Frage gewinnt angesichts des Krieges in der Ukraine, wachsender geopolitischer Spannungen und zunehmender hybrider Bedrohungen an Bedeutung. Bei einem informellen Treffen der EU-Außenminister:innen in Irland am 1. und 2. September wurde deshalb auch über eine Reform der europäischen Außenpolitik beraten.

Im Mittelpunkt der Debatte steht der Europäische Auswärtige Dienst (EAD). Vereinfacht gesagt ist er der diplomatische Dienst der EU. Er unterstützt die EU dabei, ihre Beziehungen zu anderen Ländern zu gestalten, politische Entwicklungen und Krisen zu beobachten sowie gemeinsame außen- und sicherheitspolitische Entscheidungen vorzubereiten und umzusetzen. Zum EAD gehören unter anderem die EU-Delegationen in Ländern außerhalb der EU. Sie sind mit Botschaften vergleichbar, vertreten dort aber nicht die Interessen eines einzelnen Mitgliedstaates, sondern die EU als Ganzes. Im EAD arbeiten zudem Mitarbeiter:innen der EU-Institutionen gemeinsam mit entsandten Diplomat:innen aus den Mitgliedstaaten.

Geleitet wird der EAD von der Hohen Vertreterin der EU für Außen- und Sicherheitspolitik. Derzeit hat Kaja Kallas dieses Amt inne. Gleichzeitig ist sie Vizepräsidentin der Europäischen Kommission. Diese Doppelrolle soll dazu beitragen, die Außenpolitik der Mitgliedstaaten mit den Instrumenten der Kommission zu verbinden – etwa in den Bereichen Handel, Entwicklung, humanitäre Hilfe oder Sanktionen. Genau an dieser Schnittstelle setzt die aktuelle Reformdebatte an. Denn die Zuständigkeiten sind auf mehrere Ebenen verteilt: Kallas ist als Hohe Vertreterin für die Gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik zuständig, während wichtige Instrumente der internationalen Politik bei der Europäischen Kommission liegen.

Deutschland und Frankreich haben deshalb Vorschläge für eine Neuordnung vorgelegt. Ziel ist es, die verschiedenen außenpolitischen Instrumente stärker miteinander zu verzahnen und Doppelstrukturen abzubauen. Ein Ansatz sieht vor, Teile des EAD enger mit der Kommission zu verbinden und gleichzeitig die Rolle der Hohen Vertreterin bei der Koordinierung außenpolitisch relevanter Bereiche zu stärken. Der EAD könnte sich stärker auf strategische Außenpolitik und sicherheits- und verteidigungspolitische Aufgaben konzentrieren.

Nicht nur die Zuständigkeiten, auch die Entscheidungsregeln sind Teil der Debatte. In der Gemeinsamen Außen- und Sicherheitspolitik gilt vielfach das Einstimmigkeitsprinzip. Das bedeutet: Ein einzelner Mitgliedstaat kann eine gemeinsame Entscheidung verhindern. Elf EU-Staaten – darunter Österreich – wollen deshalb prüfen, wie solche Blockaden künftig besser vermieden werden können. Sie sprechen sich unter anderem dafür aus, die Möglichkeit der „konstruktiven Enthaltung“ häufiger zu nutzen. Ein Mitgliedstaat könnte damit bei einer Entscheidung nicht mitgehen, ohne sie für die anderen zu blockieren. Darüber hinaus wollen die elf Staaten prüfen, in welchen Bereichen die EU-Verträge bereits Entscheidungen mit qualifizierter Mehrheit ermöglichen. Dabei geht es ausdrücklich nicht um eine generelle Abschaffung der Einstimmigkeit in der Außen- und Sicherheitspolitik. Entscheidungen mit militärischen oder verteidigungspolitischen Auswirkungen bleiben vom möglichen Übergang zur qualifizierten Mehrheit ausgenommen.

Damit geht es um eine grundsätzliche Frage: Soll die EU ihre Außenpolitik künftig schneller und mit einer stärkeren gemeinsamen Stimme vertreten können oder soll die Möglichkeit einzelner Mitgliedstaaten, gemeinsame Entscheidungen zu blockieren, weitgehend erhalten bleiben? Eine umfassende Reform ist bislang nicht beschlossen. Die Diskussion soll in den kommenden Monaten weitergeführt werden. Klar ist aber bereits: Angesichts geopolitischer Krisen und eines zunehmend umkämpften internationalen Umfelds wird die Frage wichtiger, wie schnell und geschlossen die EU außenpolitisch handeln kann. Die Reformdebatte zeigt damit ein grundlegendes Dilemma der EU: Sie verfügt über zahlreiche außenpolitische Instrumente – die Herausforderung besteht darin, diese auch gemeinsam und wirksam einzusetzen.
JW

[ VBB erklärt ]

VBB erklärt: Was sind hybride Bedrohungen?

Ein Cyberangriff auf Behörden, Sabotage an kritischer Infrastruktur, Desinformation oder die gezielte Beeinflussung demokratischer Prozesse – auf den ersten Blick haben diese Vorgänge wenig miteinander zu tun. Sie können jedoch Teil einer gemeinsamen Strategie sein. Die EU spricht in solchen Fällen von „hybriden Bedrohungen“.

Der Begriff bezeichnet keine einzelne Angriffsmethode. Gemeint sind gezielte und häufig koordinierte Aktivitäten, bei denen unterschiedliche Mittel miteinander verbunden werden, um einen Staat, seine Institutionen oder seine Gesellschaft zu schwächen. Dazu können beispielsweise Cyberangriffe, Sabotage, Informationsmanipulation, wirtschaftlicher Druck oder die Einflussnahme auf demokratische Prozesse gehören. Gerade die Kombination verschiedener Mittel macht hybride Kampagnen schwer erkennbar und erschwert ihre Zuordnung.
JW

[ Ereignisse ]

Neues Gesicht im VBB Kärnten: Unsere neue Praktikantin Selina Nageler

Zu Beginn des Monats begrüßten wir unsere neue Praktikantin Mag.a Selina Nageler. Ein langsames Ankommen gab es nicht: Bereits am ersten Tag war Nageler am wöchentlich stattfindenden, engen Austausch mit dem Team in Kärnten beteiligt. Auch die aktive Mitarbeit an der Erstellung des Newsletters des Verbindungsbüros war bereits Teil ihrer Aufgaben. Dazu gehören Recherche, Themenfindung und Texterstellung – Tätigkeiten, die sich mit ihrer bisherigen journalistischen Tätigkeit optimal ergänzen.

Die gebürtige Kärntnerin aus Althofen im Bezirk St. Veit an der Glan ist zwar studierte Juristin, aber auch außerhalb der kernjuristischen Tätigkeiten vielfach engagiert: So arbeitete sie bereits während des Studiums als Studienassistentin am europäischen Trainings- und Forschungszentrum für Menschenrechte und Demokratie der Universität Graz, als Sachbearbeiterin bei der österreichischen Hochschüler:innenschaft sowie als Mitglied der Redaktion von „Kenne deine Rechte“, einem Online-Menschenrechtsmagazin. Während des Studiums entwickelte sich auch ein besonders Interesse für internationale und europäische Themen. Dieses Interesse blieb auch nach Nagelers absolvierter Gerichtspraxis bestehen, weshalb ihr Weg nun zu uns ins EU-Verbindungsbüro Kärnten in Brüssel führte.

Der Aufenthalt in Brüssel stellt für Nageler eine bewusste Ergänzung des im Studium Erlernten dar. Ihre theoretischen Kenntnisse über Grundlagen und Wirken der EU sowie ihr journalistisches Interesse können hier um eine politische Dimension erweitert werden. Der Praktikumsalltag im EU-Verbindungsbüro bietet hierfür unzählige Möglichkeiten. Neben der Mitarbeit an Artikeln und Informationsmaterialien gehören auch das Beobachten politischer Debatten, das Zusammenfassen von Sitzungen und der Austausch mit europäischen Institutionen dazu. Für junge Akademiker:innen bietet sich so ein realistischer Einblick in die Funktionsweise der EU jenseits von Lehrbüchern und Schlagzeilen.

Dass Selina Nageler dabei aus Kärnten stammt, ist keine bloße Randnotiz. Gerade für regionale Verbindungsbüros ist es entscheidend, junge Menschen aus den Bundesländern für europäische Themen zu begeistern, EU-Politik greifbar zu machen und ihnen zu zeigen, wie Kärnten seine Interessen einbringt.
SN / JW

[ Ereignisse ]

Interreg Cooperation Day 2026: Gemeinsam sind wir stärker

Europa erleben, Grenzen überwinden und gemeinsam einen besonderen Tag verbringen!
Am 12. September 2026 wird Achomitz und Feistritz an der Gail zum Treffpunkt für Menschen aus Österreich, Slowenien und dem Kanaltal (Italien). Rund 220 Teilnehmer:innen kommen zusammen, um grenzüberschreitende Zusammenarbeit nicht nur kennenzulernen, sondern gemeinsam zu erleben. Freuen sie sich auf einen abwechslungsreichen Tag mit einer gemeinsamen Wanderung von Achomitz nach Feistritz/G., regionaler Kultur und Tradition, spannenden Interreg-Projekten, einen Radzieleinlauf, regionale Produkte, Sprachspiele und viele weitere Möglichkeiten zum persönlichen Austausch.

Ein Tag für Europa. Sei dabei – die Teilnahme ist kostenlos!
Für Verpflegung, kleine Give-aways und einen abwechslungsreichen Tag ist gesorgt. Auch ein Bustransfer ab Klagenfurt wird zur Verfügung gestellt.
Die Anmeldung ist ab Montag, 31. August 2026 online auf www.si-at.eu möglich.
Termin vormerken, anmelden und gemeinsam mit uns dabei sein: Europa verbindet – gemeinsam sind wir stärker!

[ Ereignisse ]

Frist verlängert: 20.000 Euro für nachhaltige Schulprojekte

Noch bis 25. September 2026 können Schulen in Kärnten ihre Projekte für den Nachhaltigkeitspreis 2026 der EVTZ Euregio Senza Confini einreichen. Die Einreichfrist wurde verlängert. In Kärnten werden drei herausragende Projekte mit jeweils 20.000 Euro ausgezeichnet.

Der Preis steht in seiner dritten Runde unter dem Motto „Schulen für nachhaltige Entwicklung“. Im Fokus stehen bereits umgesetzte und abgeschlossene Initiativen aus dem Jahr 2025, die sich in der Praxis bewährt haben und nun weiterentwickelt, verstetigt oder auf andere Schulen übertragen werden sollen.

Gesucht werden Projekte öffentlicher Sekundarschulen in Kärnten sowie in den italienischen Partnerregionen, die einen konkreten gesellschaftlichen Mehrwert schaffen – etwa durch bessere Bildungschancen, die Stärkung von Zukunftskompetenzen, Inklusion und Geschlechtergerechtigkeit. Auch Projekte zu globaler Verantwortung oder zur Gestaltung innovativer und sicherer Lernumgebungen sind gefragt.

Der Nachhaltigkeitspreis wird von der EVTZ Euregio Senza Confini r.l., dem grenzüberschreitenden Zusammenschluss von Kärnten, Friaul-Julisch Venetien und Venetien, vergeben. Ziel ist es, erfolgreiche Projekte über die eigenen Grenzen hinaus sichtbar zu machen und den Austausch zwischen Schulen in der Euregio zu fördern. Die drei ausgezeichneten Projekte aus Kärnten erhalten jeweils 20.000 Euro, um ihre erfolgreichen Ansätze weiter auszubauen und für andere Schulen nutzbar zu machen.

Die Einreichfrist wurde verlängert: Bewerbungen sind noch bis 25. September 2026 möglich. Mehr Informationen finden sie hier

[ EU-Projekt der Woche ]

FANcy - Frauen*. Arbeit. Nachhaltigkeit

Das Projekt „FANcy – Frauen*.Arbeit.Nachhaltigkeit“ widmet sich Frauen im Alter von 18 bis 30 Jahren, die bisher nicht oder nur mangelhaft im Arbeitsmarkt Fuß fassen konnten. Mit einem spezifischen Angebot wird versucht, diese Personen in den Arbeitsmarkt zu integrieren, um soziale Inklusion zu gewährleisten.

Das auf 42 Monate angelegte Projekt (mit einer Laufzeit von 01.07.2023 bis 31.12.2026) reagiert damit auf die aktuelle Arbeitsmarktsituation, die in etwa 10 % der jungen Erwachsenen ausschließt. Trotz bestehenden Angeboten werden Frauen im Alter von 18 bis 30 Jahren nicht ausreichend betreut. Vielschichtige Problemlagen erschweren sowohl Einstieg in den Arbeitsmarkt, als auch eine längerfristige Beschäftigung. Genau hier setzt das Projekt „FANcy“ an: Junge Frauen mit physischen und psychischen Beeinträchtigungen stehen hier im Fokus.

Der projektausführende Verein „EqualiZ“ – Gemeinsam vielfältig“ mit Sitz in Klagenfurt bietet Unterstützung und Beratung in allen Lebenslagen und ermöglicht mit niederschwelligen, längerfristigen und aufeinander abgestimmten Angeboten eine (Wieder-)Eingliederung in den Arbeitsmarkt. So sind durch das Projekt psychosoziales Clearing, durchgängige Betreuung und Beratung, Berufs- und Bildungsorientierung bzw. Job-Coaching sowie begleitendes Mentoring möglich. Die Teilnehmerinnen können ihre Talente und Fähigkeiten in Workshops ausprobieren, neue Berufe kennenlernen und so eine Arbeit finden, die auf sie abgestimmt ist.

Diese Maßnahmen fördern die gesellschaftliche Teilhabe und stärken den sozialen Zusammenhalt. Das Projekt fokussiert sich außerdem auf gesamtgesellschaftliche Themen wie Ökologie, Nachhaltigkeit und Recycling. Die teilnehmenden Frauen haben die Möglichkeit auf einen geregelten Tagesablauf, spannende Workshops, berufliche (Um-)Orientierung sowie psychotherapeutische Angebote. Das Projekt steht damit ganz im Zeichen der aktiven Inklusion mit Blick auf die Verbesserung der Chancengleichheit, Nichtdiskriminierung und der Erhöhung der Beschäftigungsfähigkeit von benachteiligten Gruppen.

Maßgeblich gefördert wird das Projekt durch Fördermittel der Europäischen Union. Das Gesamtbudget des Projekts „FANcy – Frauen*.Arbeit.Nachhaltigkeit“ beläuft sich auf 1.108.432,13 Euro. Davon übernimmt die Europäische Union über den Europäischen Sozialfonds+ (ESF+), eine Summe von rund 443.000 Euro. Dies entspricht einem Förderanteil von 40 %. Der ESF+ ist das wichtigste Finanzinstrument der Europäischen Union, um Beschäftigungs- und Bildungschancen zu verbessern sowie den sozialen und wirtschaftlichen Zusammenhalt in der Europäischen Union zu erhöhen. Der Fonds hat zum Ziel, gleiche Chancen für alle Menschen am Arbeitsmarkt zu schaffen und fördert daher Maßnahmen zur Vermeidung und Bekämpfung von Arbeitslosigkeit, zur Erweiterung des Ausbildungsangebots und für eine bessere Funktionsweise des Arbeitsmarktes.

Mit „FANcy – Frauen*.Arbeit.Nachhaltigkeit“ wird in Kärnten ein Projekt gefördert, dass durch die Förderung von jungen Frauenam Arbeitsmarkt und die Sensibilisierung von Betrieben nicht nur den Zielen des ESF+ entspricht, sondern insbesondere einen nachhaltigen Beitrag zur Idee eines sozialen und inklusiven Europas leistet.
SN / JW

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REDAKTION: 
Mag.a Martina Rattinger M.A. 
Mag.a Julia Windegger Ph.D
Dr. Walter Singer, Christian Hinterberger M.A.
Mag.a Selina Nageler
 

IMPRESSUM:  
Quellen: Europäisches Parlament, Presseraum Europäische Kommission, Europäischer Rat und Rat der Europäischen Union - Medien, Dow Jones, Orf.at, Euractiv, Politico.eu, Agence Europe, VBB Kärnten Information
 

MEDIENINHABER:  
Land Kärnten 
 

HERAUSGEBER:  
Amt der Kärntner Landesregierung. 
EU-Verbindungsbüro des Landes Kärnten in Brüssel, 
B 1000 Brüssel, Rue du Commerce 49 
VBB@ktn.gv.at
Tel.: +32 2 282 49 10
 

Dieser Newsletter ist eine Informationsleistung des EU-Verbindungsbüros des Landes Kärnten in Brüssel. Er informiert über Neuigkeiten aus den Europäischen Institutionen mit Schwerpunktrelevanz für Kärnten.

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