|
Das grenzüberschreitende Interreg-Projekt GeoRISK hat zum Ziel, das Bewusstsein und das Wissen über geogene und hydrogeologische Naturgefahren in der italienisch-österreichischen Grenzregion zu fördern. Ausgangspunkt des Projekts ist der 50. Jahrestag des folgenschweren Erdbebens in Friaul-Julisch-Venetien 1976. Vor allem auf italienischer Seite hatte das Erdbeben schwere Folgen, doch auch in Österreich, besonders in Kärnten, war das Erdbeben zu spüren. Ziel des Projektes ist daher nicht nur die Sensibilisierung der Öffentlichkeit für Naturgefahren, sondern auch, die Risken von Naturgefahren besser zu erkennen, zu bewerten und für die regionale Planung nutzbar zu machen – gemeinsam über die Ländergrenzen hinweg.
Projektgebiet ist das sogenannte HEurOpen-Gebiet. „HEurOpen“ stellt ein Akronym aus den Projektregionen Hermagor, Euroleader und Openleader dar. In diesem HEurOpen-Gebiet sind vor allem Erdbeben, Überschwemmungen, Erdrutsche sowie Erdfälle charakteristisch. Diese Naturgefahren können mitunter erbliche Schäden verursachen und eine Gefahr für die Bevölkerung darstellen. Sie treten in den Karnischen Alpen und Gemona – verstärkt durch den Klimawandel – immer häufiger auf.
Zu diesen Phänomenen gibt es bis dato jedoch noch keine Studien auf regionaler und grenzüberschreitender Ebene. Aus diesem Grund stellen Forschungsarbeiten und umfassende Analysen sowohl der natürlichen als auch der anthropogenen Naturgefahren im Grenzraum die Basis aller weiteren Projektarbeiten von GeoRISK dar. Aufbauend auf diesen Ergebnissen sollen anschließend mögliche Maßnahmen fokussiert werden, welche die Auswirkung solcher Naturereignisse abschwächen und die Anpassung an die Auswirkungen solcher Ereignisse ermöglichen. Zentral ist dabei, Strategien zur Risikominderung und einer sicheren Koexistenz mit diesen Naturgefahren zu entwickeln.
Ein weiteres Kernziel des Projekts ist die nachhaltige Sensibilisierung der Öffentlichkeit. Nach Abschluss der Forschungsaktivitäten werden daher Bewusstseinsbildungsmaßnahmen ergriffen, die sich sowohl an die allgemeine Bevölkerung als auch an Student:innen und Tourist:innen richten sollen. Geplant ist allgemeines Informationsmaterial sowie ein Informationsband, die Organisation von Veranstaltungen wie Sonderausstellungen, Vorträgen oder Exkursionen, um die Projektziele und -ergebnisse von GeoRISK grenzüberschreitend verbreiten und für das Thema sensibilisieren zu können.
Leadpartner des Projekts ist die Comunità di montagna della Carnia, auch die Comunità di montagna del Gemonese ist beteiligt. Auf österreichischer Seite trägt der GeoPark Karnische Alpen zum Projekt bei. Die Projektkosten betragen 180.025,71 Euro, wobei das Projekt mit 113.115,80 Euro zu 80 Prozent aus dem EFRE (dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung) gefördert wird. Das Projekt GeoRISK hat eine Laufzeit von 19 Monaten, von 01. Juli 2025 bis 31. Dezember 2026. SN
|